
Janine
Meine Erfahrungen als WWOOFer in Japan. (WWOOF = World Wide Workers On Organic Farms)

Am zweiten Tag kam es mir dann auch wie ein Geistesblitz, dass das runde rote Schild am Ufer nicht etwa, wie die rote Farbe vermuten lässt, "Baden verboten" heißt, sondern "Badestrand" :) Da hatte ich vor lauter Entspannung den Kopf ausgeschaltet und mein schlaues Wörterbuch hab ich während meines gesamten Aufenthaltes ja sowieso eher stiefmütterlich behandelt.
Irgendwann saßen sie tatsächlich direkt vor uns auf der Straße. Nachdem sie ein entgegenkommendes Auto aber verscheucht hatte, wollten sie sich auch für unsere Kamera nicht mehr zeigen. Also fuhren wir anstatt zurück einfach weiter. Bergsraßen sind schließlich immer ein Garant für kleine Abenteuer. "Mal schaun, was da noch so kommt..." Es kam viel Nebel und schließlich die Dunkelheit. Immer wieder vielversprechende (sprich: Nahrungs-versprechende) Ortsschilder. Die stellten sich aber meist als ziemlich verlassen raus. Kein Restaurant, geschweige denn ein Conbini. Selbst der Imbiss am groß angekündigten Staudamm war dicht. Irgendwann hatten wir es dann endlich wieder zur Hauptstraße und damit zum rettenden SevenEleven geschafft ...


Der schon seit Monaten feststehende Plan hieß: "Wir fahren zum Nebuta-Matsuri nach Aomori an der nördlichen Spitze Honshûs!" Andis Zeitraum, in dem er hier sein sollte, Treffen mit Freunden hier in Japan... Alles darauf ausgerichtet, dass wir Anfang August in Aomori sein werden. Aber erstens kommt es bekanntlich anders, und zweitens als man denkt :)
So ging es zunächst mit dem Zug raus aus Tôkyô nach Tochigi, wo wir uns unseren ersten gemeinsamen Hippie-Bus gemietet haben. Schon der Weg nach Nikkô hat uns und mich sehr begeistert. Ich kannte ja bisher nur die breiten Landstraßen Hokkaidos und für Andi war es ohnehin sein erster Ausflug "auf's Land". Die schmale Straße schlängelte sich durch dichte Wälder entlang des Kuro-Kawa (Schwarzer Fluss) vorbei an kleinen Dörfern, in die sonst wohl kein Ausländer kommt. Die Straße war streckenweise so eng, dass wir uns in den kleinen Siedlungen hin und wieder nicht sicher waren, ob die Straße an Gabelungen rechts oder links weitergeht. Und schwups standen wir auch mal auf'm Hof einer Bauernfamilie ... hups. Dass die dazu gehörigen Köter dann aber auch immer gleich so einen Radau machen müssen. Sonst wär unser kleines Versehen gar nicht aufgefallen. Einen Stop am Fluss musste schließlich auch sein. Dort hatten sich bereits drei ältere Herren postiert, die an der Stromschnelle mit ihren Profi-Kameras kunstvolle Bilder vom klaren Wasser schossen, was dort über die Steine rauschte. Sie staunten nicht schlecht über uns, wie wir unbeholfen über die Steine starksten. Aber auch unsere Bilder sind doch gar nicht mal so schlecht geworden!





