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Montag, 9. Juni 2008

Yosakoi Soran Festival

Eine Woche Sapporo liegt hinter mir. Ein paar Tage Hotel, ein paar Tage Jugendherberge. Obwohl die Stadt touristisch eigentlich nicht sooo viel zu bieten hat, bin ich solange geblieben, um mit dem Yosakoi Soran Festival mein erstes Straßenfest in Japan erleben zu können.

Es hat sich wirklich gelohnt, tausende Tänzer aller Altersgruppen voller Energie durch die Straßen ziehen zu sehen. Dabei verbinden sie traditionelle japanische Tanzelemente mit dem Rhythmus einer Musik, die einen Mix aus den alten Fischerliedern Hokkaidos mit moderner Untermalung darstellen.


Seinen Ursprung hat das Fest in der Präfektur Kochi auf Shikoku, der kleinsten der japanischen Hauptinseln. Dort wird es in diesem Jahr vom 9.-12. August das 55. Mal gefeiert. Seinen Weg nach Sapporo hat es gefunden, nachdem es ein Student 1991 in Kochi erlebt und die Idee ein Jahr später auch in Sapporo umgesetzt hat. Waren es anfangs noch ein paar hundert Studenten, die das Fest ausmachten, so kommen mittlerweile mehrere 10.000 Tänzer zusammen. Und wie sollte es anders sein - Auch in Tôkyô gibt es seit 2001 ein Yosakoi. Gut möglich, dass ich im August (23./24.8.) davon berichte.

Nun aber mein erstes kleines Video aus Japan. Entschuldigt die Qualität. Ich weiß nicht, wie man YouTube davon abhalten kann, sie so stark herunterzurechen.

Achtet auf die kleinen Knirpse, die da auch schon fleißig dabei sind :)



Was ich ansonsten noch in Sapporo gesehen und erlebt habe, schaut ihr euch am besten bei Flickr an. Es waren viele kleine Sachen, derer es nicht unbedingt einem ganzen Blogeintrag bedarf.

Dienstag, 3. Juni 2008

Sapporo - Verlaufen ausgeschlossen


Als ich am Samstag in Chitose, dem Flughafen von Sapporo, aus dem Flugzeug stieg, habe ich meine Entscheidung hier nach Hokkaido zu fliegen erst einmal zutiefst bereut. Von den knapp 30 Grad in Fukuoka waren gerade mal zehn übrig geblieben. Winter!
Vor einigen Wochen hatte ich im Fernsehen gesehen, dass plötzlich 30 Grad in Hokkaido seien und die Leute es kaum fassen können. Eine solche Hitze Anfang Mai! Dass es kurz darauf nochmal geschneit hat, habe ich nur beiläufig gehört und schnell wieder aus meinem Kopf gestrichen. Aber lange Rede, kurzer Sinn. Seit Montag haben wir angenehme 20 Grad und die Sonne scheint. So hatte ich mir das schon eher vorgestellt und so macht es auch Spaß, die Stadt zu erkunden.


Nirgends ist mir das bisher leichter gefallen als hier. Die Straßen folgen absolut streng einem Schachbrettprinzip. So hat jeder Block seine Koordinaten. Mein Hotel beispielsweise befindet sich in Süd9-West3, der Hauptbahnhof in Nord5-West3. Sehr praktisch. So ist es nahezu unmöglich sich zu verlaufen und die im Reiseführer beschriebenen Adressen findet man auch auf Anhieb. Den Nullpunkt dieses Koordinatensystems bildet der TV-Tower, von dem aus sich in westlicher Richtung ein breiter Grünstreifen erstreckt. Dieser bildet die x-Achse (na, wer hat in Mathe aufgepasst? ... die horizontale Achse) des Systems, die die Stadt in Nord und Süd teilt. Ein ganz schöner Park in mitten der Stadt, in dem es sich jung und alt gut gehen lässt. Auch einen Steinwurf von meinem Hotel entfernt befindet sich ein größerer Park.


Nicht zuletzt wegen der geometrischen Straßenzüge merkt man es der Stadt an, dass sie sich aus einer streng geplanten Siedlung entwickelt hat. Das ist aber meiner Meinung nach gar nicht mal negativ zu sehen. Die Straßen sind breit, es gibt viele Bäume und auch relativ viel Platz zwischen den Gebäuden, wie man ihn in anderen japanischen Großstädten vergeblich sucht. Man kann sich hier schon wohlfühlen. Zumindest als Tourist. Ich habe ein wenig den Eindruck nur Hotels zu sehen. Wohnhäuser habe ich bisher kaum bemerkt. Aber das mag auch daran liegen, dass ich ja hier im Touristen-Hotel-Bezirk wohne.

Sapporo ist mit 1,8 Millionen Einwohnern die fünftgrößte Stadt Japans. Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts war Sapporo lediglich eine kleine Fischerstadt, in der die Ureinwohner Hokkaidos, die Ainu, lebten. Mit der Errichtung einer Post 1821, der Erklärung Sapporos zur Haupststadt Hokkaidos mit Beginn der Meiji-Zeit wurden die Grundlagen für die Entwicklung der Stadt gelegt. Auch die dritte große Eisenbahnlinie Japans entstand 1880 hier.

1972 fanden in Sapporo Olympische Winterspiele statt und jedes Jahr locken die Eis- und Schneeskulpturen des berühmten Yuki-Matsuri (Schnee-Festival) Touristen aus aller Welt an.
Leider ... oder aber auch Gott sei Dank bekomme ich das aber dieses Jahr nicht mehr zu sehen :)


Hier übrigens ein kleiner Beitrag zum Grund für meine Flucht gen Norden: Die Regenzeit, die aktuell in Tokyo begonnen hat und die mit Ausnahme Hokkaidos ganz Japan im Juni heimsucht.