Hier ein kleiner Nachtrag dazu, ob noch immer Auswirkungen der Atombombe in Hiroshima zu bemerken sind. Ich muss zugeben, dass ich bis vor einiger Zeit nicht einmal wusste, dass Hiroshima und Nagasaki heute wieder pulsierende Großstädte sind. Schließlich kennt man die Bilder aus Tschernobyl, wo das AKW-Unglück 1986 nichts weiter als eine unheimliche Geisterstadt hinterlassen hat. Sehr bedrückender, aber unbedingt anschauenswerter Link übrigens.
Nun habe ich ein wenig gegoogelt und herausgefunden, dass man die Kernschmelze in Tschernobyl nicht mit den Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki vergleichen kann.
Während bei den Bomben der größte Teil der Energie in Hitze und eine Druckwelle umgewandelt wurde, wurde in Tschernobyl nahezu die gesamte Energie in radioaktive Strahlung umgewandelt. Das Ausmaß der Zerstörung war also den immens hohen Temperaturen und der Druckwelle geschuldet, nicht der Strahlung. Hinzu kommt, dass es verschiedene Arten radioaktiver Teilchen gibt: Kurzlebige und langlebige. Der Anteil der kurzlebigen war bei den Atombomben besonders hoch. Was den geringen Teil der langlebigen Isotope angeht, die noch nach tausenden Jahren in Gesteinen nachweisbar sind, so wurden diese bereits während der Zündung der Bombe in 600 Metern Höhe vom Wind weitergetragen. Zudem hat ein Taifun kurz nach der Katastrophe jene Teilchen ausgewaschen und in die Ozeane dieser Welt getragen.
Was Gendefekte in Folgegenerationen betrifft, so kann man festhalten, dass umfanreiche Studien bis heute keine Unterschiede zu anderen Großstädten herausfinden konnten.
Soviel kurz und oberflächlich zu den Fakten. Ich muss aber ehrlich zugeben, dass mir trotzdem nicht wohl bei dem Gedanken wäre, dort leben zu müssen. Ich weiß nicht, ob ich diesen "Fakten" trauen kann. Schließlich werden in Japan unangenehme Wahrheiten gern mal tot geschwiegen und hatte man denn eine andere Wahl, als die Städte wieder aufzubauen? Durch die Berge und den daraus resuliertenden Platzmangel kann man es sich in Japan einfach nicht leisten, Geisterstädte an der Küste brach liegen zu lassen. Aber ich mag mir kein Urteil anmaßen. Es ist nur mein subjektives Gefühl, was man mir bitte erlauben möchte.
Posts mit dem Label hiroshima werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label hiroshima werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 16. Mai 2008
Donnerstag, 15. Mai 2008
Hiroshima und Miyajima
Die letzten beiden Tage habe ich in Hiroshima und Miyajima zugebracht.
Das Foto zeigt den sogenannten A-Bomb-Dome.
Die Ruinen dieses Gebäudes haben dem Abwurf der Atombombe getrotzt und werden bis heute als Mahnmal erhalten. Dass sie allerdings 1996 zum Welt-KULTUR-erbe erklärt wurden, finde ich irgendwie abstrus.
In jedem Fall war es schon ein eigenartiges Gefühl in Hiroshima auf jener Brücke zu stehen, über der vor 63 Jahren die erste der zwei Atombomben abgeworfen wurde und die die Stadt dem Erdboden gleich machte. Zahlreiche Modelle und Fotos im Peace Memorial Museum verdeutlichten sehr eindringlich, welch unermessliche Zerstörung die Bombe angerichtet und welches Leid sie über die Bevölkerung gebracht hat. Die Ausstellungsstücke reichen von geschmolzenen Alltagsgegenständen, über Uhren, die genau um 8:15 -dem Zeitpunkt des Abwurfes- stehen geblieben waren bis hin zu Fotos, die die furchtbaren Verbrennungen der Menschen zeigen. Die Ausstellung ist ein Apell an den Frieden bzw. gegen Atomwaffen. Dem entsprechend scharf werden vorallem die Atommächte Russland, USA und Frankreich angeprangert. Andererseits drängte sich mir auch immer das Gefühl auf, dass es ausschließlich darum ginge Atomwaffen zu kritisieren, nicht aber den Krieg allgemein, konventionalle Waffen - oder aber auch Kernkraft. Irgendwie bin ich mit gemischten Gefühlen aus dem Museum heraus gegangen. Was nicht zuletzt auch daran lag, dass es vollgestopft war mit Schulkindern, die einfach mal alles knipsen mussten, was ihnen vor die Nase kam. Ich hab tatsächlich noch nie ein solch überlaufenes Museum erlebt.
Wohler gefühlt habe ich mich heute auf Miyajima, einer landschaftlich sehr schönen Insel vor Hiroshima. Hier befindet sich auch das schwimmende Toori, welches viele Reisführer ziert und ein sehr beliebtes Japan-Motiv ist.
Das Toori ist dem Itsukushima-Schrein vorgelagert und in alter Zeit mussten alle Besucher dieser heiligen Insel jenes Tor passieren. Wobei dem Volk der Zugang ohnehin verwehrt wurde.
Bevor aber auch ich zum Toori gepilgert bin, habe ich einen kleinen Spaziergang unternommen und dabei die bösartigen Rehe auf der Insel u.a. dabei beobachten können, wie sie Fahrräder umgestoßen haben, nur um die Prospekte zu fressen, die sich in den Körben befanden.
Da sind die Warnhinweise überall auf der Insel wohl doch gerechtfertigt...
Abonnieren
Posts (Atom)