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Freitag, 16. Mai 2008

Strahlenbelastung in Hiroshima

Hier ein kleiner Nachtrag dazu, ob noch immer Auswirkungen der Atombombe in Hiroshima zu bemerken sind. Ich muss zugeben, dass ich bis vor einiger Zeit nicht einmal wusste, dass Hiroshima und Nagasaki heute wieder pulsierende Großstädte sind. Schließlich kennt man die Bilder aus Tschernobyl, wo das AKW-Unglück 1986 nichts weiter als eine unheimliche Geisterstadt hinterlassen hat. Sehr bedrückender, aber unbedingt anschauenswerter Link übrigens.

Nun habe ich ein wenig gegoogelt und herausgefunden, dass man die Kernschmelze in Tschernobyl nicht mit den Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki vergleichen kann.

Während bei den Bomben der größte Teil der Energie in Hitze und eine Druckwelle umgewandelt wurde, wurde in Tschernobyl nahezu die gesamte Energie in radioaktive Strahlung umgewandelt. Das Ausmaß der Zerstörung war also den immens hohen Temperaturen und der Druckwelle geschuldet, nicht der Strahlung. Hinzu kommt, dass es verschiedene Arten radioaktiver Teilchen gibt: Kurzlebige und langlebige. Der Anteil der kurzlebigen war bei den Atombomben besonders hoch. Was den geringen Teil der langlebigen Isotope angeht, die noch nach tausenden Jahren in Gesteinen nachweisbar sind, so wurden diese bereits während der Zündung der Bombe in 600 Metern Höhe vom Wind weitergetragen. Zudem hat ein Taifun kurz nach der Katastrophe jene Teilchen ausgewaschen und in die Ozeane dieser Welt getragen.

Was Gendefekte in Folgegenerationen betrifft, so kann man festhalten, dass umfanreiche Studien bis heute keine Unterschiede zu anderen Großstädten herausfinden konnten.

Soviel kurz und oberflächlich zu den Fakten. Ich muss aber ehrlich zugeben, dass mir trotzdem nicht wohl bei dem Gedanken wäre, dort leben zu müssen. Ich weiß nicht, ob ich diesen "Fakten" trauen kann. Schließlich werden in Japan unangenehme Wahrheiten gern mal tot geschwiegen und hatte man denn eine andere Wahl, als die Städte wieder aufzubauen? Durch die Berge und den daraus resuliertenden Platzmangel kann man es sich in Japan einfach nicht leisten, Geisterstädte an der Küste brach liegen zu lassen. Aber ich mag mir kein Urteil anmaßen. Es ist nur mein subjektives Gefühl, was man mir bitte erlauben möchte.