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Dienstag, 24. Juni 2008

Gedanken zum Wetter

Neidisch blicke ich jetzt nach Deutschland, wo ihr es euch bei 25 Grad am See gut gehen lasst.
Diese Temperaturen sind in Japan momentan nur in Kombination mit tagelangem Nieselregen oder sintflutartigen Regenfällen zu finden. Genau das war der Grund für meine Flucht nach Hokkaido, wo es diese Regenzeit (Jap.: Tsuyu) nicht gibt.
Dafür ist es hier recht kühl. Während ich mich im April und Mai fast jeden Tag über schönstes Sommerwetter in Honshu und Kyushu freuen konnte und meine Haut langsam aber sicher immer brauner wurde, klettert das Thermometer hier nur selten über die 20- oder gar 25-Gradmarke. Dazu kommt, dass es jetzt auch hier angefangen hat zu regnen und dicke Nebelschwaden an den Küsten und Gebirgstälern jedem Ausflug seinen Reiz nehmen. Ich hoffe inständig, dass sich das bis zum Wochenende bessert. Schließlich will dann der östliche Teil der Insel erkundet werden. Allerdings ist es dort tendenziell immer nochmal 5 Grad kälter - also momentan 10 Grad!
Aber vielleicht sollte ich die Frische ja auch noch ein wenig genießen. Nächste Woche geht’s zum nächsten Host in die Präfektur Saitama, nordwestlich von Tokyo. Ab dann ist subtropisches Klima angesagt.
Von einem Land, was auf den ersten Blick nicht groß erscheint und von der Fläche her ungefähr genauso groß ist wie Deutschland (370.000 km²), mag man nicht denken, welche Klima-Unterschiede es gibt. Tatsache ist aber, dass sich die gesamte Inselkette über 3000 Kilometer von Okinawa im Südwesten (25°n.Br.) bis Hokkaido im Nordosten (45°n.Br.) erstreckt. Der südlichste Punkt liegt somit auf einer Höhe mit Cairo, der nördlichste wiederum liegt auf dem gleichen Breitengrad wie Mailand. Auch wenn man Mailand nun nicht gerade mit kalten Wintern assoziiert, so sorgen Meeresströme und Luftbewegungen in Hokkaido im Winter für nahezu sibirische Verhältnisse. Meine Gasteltern hier erzählen, dass es ein normaler Wintertag ca. Minus 15 Grad kalt ist. Die tiefste gemessene Temperatur liegt bei Minus 40 Grad. Dementsprechend lang ist auch der Winter. Richtig Sommer ist eigentlich nur im Juli und August. Dann können schon mal 25-30 Grad sein.
Hokkaido lockt die Besucher also mit Schneefestival und Ski-Ressorts, während Okinawa mit Karibikfeeling punktet: Weiße Sandstrände und dem türkisblaues Meer bei Temperaturen von mindestens 20 und 30 Grad (eher wärmer) und wo das Thermometer auch im Winter nicht unter die 10-Grad-Marke fällt . Schade nur, dass es soweit vom Festland entfernt ist und der Flug durchaus seinen Preis hat.
Aber gut … in Tokyo werde ich noch genug schwitzen.