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Mittwoch, 21. Mai 2008

Beppu - Hier brodelt die Erde

Die Pension meines letzten Hosts, in der ich ausgeholfen habe, befand sich in der Nähe von Beppu. Ein Ort, der es nicht zu Weltruhm gebracht hat, für Japan jedoch ein reizvolles Ausflugsziel ist. Hier brodelt und dampft es und zum ersten Mal habe ich gesehen, das die Erde im Inneren tatsächlich verdammt heiß sein muss.

In Beppu befinden sich die meisten und heißesten Onsen in ganz Japan. So habe ich mir im ältesten Onsen der Stadt, dem Takegawara-Onsen, noch ein Sandbad gegönnt, bevor es in den normalen Onsen ging. Da wird man samt Yukata (=jap. dünner Baumwollbademantel) in warmen Sand eingebuddelt, der wohl aus dem Rand einer Quelle entnommen ist und dem besonders heilsame Wirkungen nachgesagt werden.


Darüber hinaus gibt es hier die sogenannten Jigoku - zu deutsch: Höllen. Das sind Quellen, die mit Temperaturen knapp unter hundert Grad definitiv zu heiß zum Baden sind. Zudem lädt der schweflige Geruch nach verfaulten Eiern auch nicht gerade zum Baden ein.
Nichts desto trotz sind sie sehr schön anzuschauen. Ein echtes Spektakel möchte ich fast sagen. Es gibt insgesamt 9 Jigoku, von denen ich 4 besucht habe. Am faszinierendsten fand ich das satt türkis-blaue Wasser der Umi-Jigoku (Meeres-Hölle), das wirklich am brodeln ist und wo als Attraktion sogar Eier gekocht werden, die man natürlich im dazugehörigen Souvenir-Shop kaufen kann.


Unter anderem gibt es auch eine Jigoku mit Krokodilen, die es sich im warmen Wasser gut gehen lassen, wie es die Beschreibung versprach. In Wirklichkeit sind hier aber nur unzählige große und kleine Krokodile zusammen gepfercht. Nicht so doll. Um so hinreißender dafür die Chi-no-ike-Jigoku (Blutteich-Hölle). Wie der Name schon ankündigt: Blutrotes, sich kaum regendes Wasser, von dem permanent Dampf aufsteigt. Gruselig.


Insgesamt sehr beeindruckend. Auch, dass überall in der Stadt Dampf aufsteigt. Sei es aus den Ventilen der Onsen, Ritzen im Boden oder auch aus Gulli-Deckeln...